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ETuS Haltern - Informationen zum Verein

Die Jahre 1927 – 1940 Die Jahre 1940 – 1960 Die Jahre 1960 - 1980 Die Jahre 1980 – 2000 Die Jahre 2000 – 2010

 

Die Jahre 1927 – 1940

Eine Schar Eisenbahnerbediensteter hatte sich schon lange vor der Gründung des ehemaligen Reichsbahn-Sportverein Haltern zusammengefunden, um in ihrer Freizeit Sport, insbesondere Turnen, zu treiben. Die Turner bildeten zunächst eine Abteilung innerhalb des Eisenbahn-Sozialwerkes und gründeten dann, nachdem das Interesse am Turnsport immer größer wurde, am 05. April 1927 den Reichsbahn-Sportverein Haltern. Gründungsvater war Reichsbahnoberinspektor Drolshagen.

Leider fehlte es damals an geeigneten Übungsmöglichkeiten und so wurde der Wunsch des wachsenden Vereins nach einer eigenen Turnhalle immer lauter.

1932 war es dann soweit. Die Reichsbahn-Verwaltung stellte ein geeignetes Gelände zur Verfügung und mit dem Bau der vereinseigenen Turnhalle konnte begonnen werden. Der 1. Vorsitzende J. Haentjes, ebenfalls Turner aus Leidenschaft, konnte seine Sportler für den Hallenbau begeistern und wie eine verschworene Gemeinschaft gingen die Turner ans Werk.

Nach 2 Jahren Bauzeit wurde die Halle im Rahmen eines großen Sportfestes eingeweiht. Von da an war der Sportgeist der Eisenbahner erst richtig geweckt, und so wurde neben der Turnhalle ein kleiner Sportplatz mit Laufbahn und Sprunggrube fertig gestellt, auf dem die Rasensportler in den späteren Jahren ihre Erfolge erzielten.

Die Mitgliederzahl stieg, der Verein wurde immer größer. Auch andere Sportler wollten zu ihrem Recht kommen. Eine Schießhalle wurde errichtet. In den Jahren bis 1937 gründete man eine Schwimm-, eine Tischtennis- und eine Boxabteilung.

Der Reichsbahn-Sportverein expandierte weiter und übernahm 1938 den Sportverein 26. Jetzt verfügte der Verein über einen größeren Sportplatz an der Weseler Strasse, der noch im gleichen Jahr ausgebaut wurde, so dass auch Fussball- und Handballsport betrieben werden konnte. Auch die Kegelfreunde bekamen im gleichen Jahr ihre Kegelbahn.

Der Ausbruch des 2. Weltkrieges verhinderte den Bau einer Rollschuhbahn.



Die Jahre 1940 – 1960

Während des Krieges kam das Sportleben nahezu ganz zum Erliegen, und die Folgen bekam auch der Verein schmerzlich zu spüren. Ende 1945 wurden Turnhalle, Kegelbahn und Schießhalle zu Wohnungen umgebaut und der Sportplatz wurde zeitweise zweckentfremdet genutzt. Der Verein mit über 1200 Mitgliedern hatte nun keine Möglichkeit mehr, Sport zu betreiben. Austritte über Austritte waren die Folge. Nur etwa 200 Mitglieder blieben dem Verein treu.

Es waren hauptsächlich Fussballer, die wenigstens auf dem Platz an der Weseler Strasse noch leidlich ihren Sport ausüben konnten.

Dieser traurige Zustand konnte nach den Blütejahren in der Vorkriegszeit nicht von Dauer sein. Die verbliebenen Mitglieder beschlossen, durch gezielte Werbeaktionen und persönliche Initiative den Verein neu zu beleben.

1947 übernahm Reichsoberinspektor Niva den Vorsitz und begann mit dem Wiederaufbau des Sportlebens. Nach und nach stieg dann die Mitgliederzahl. Kegelsportler fanden zusammen. Die ersten Frauen machten Gymnastik, Kinder und Jugendliche wollten Fussball spielen und Leichtathletik betreiben.

Im Jahr 1952 konnte unter der Vereinsführung des Sportkameraden H. Pieper mit Hilfe eines Totodarlehens der Sportplatz an der Weseler Strasse in Eigenregie wieder hergestellt werden. Die blau und weissen Farben lebten wieder auf. Die Turner konnten erstmals nach dem Kriege in der Halle der Annaschule den planmäßigen Turnbetrieb aufnehmen.

Das herausragende Ereignis im Vereinsleben im Jahr 1953 waren die Feierlichkeiten zum 25jährigen Bestehen. Aus diesem Anlass wurde ein Fussball-Pokalturnier in der Stauseekampfbahn ausgetragen. Die eigene A-Jugend gewann das Turnier. Mit einem großen Festabend im Festzelt klangen die Feierlichkeiten aus.

In den kommenden Jahren entwickelte sich der Verein stetig weiter und die Mitgliederzahl stieg auf stolze 500.

Auf der Jahreshauptversammlung am 15. Januar 1956 wurde der Name des Vereins von "Reichsbahn-Sportverein Haltern" in "Eisenbahn Turn- und Sportverein Haltern von 1927 e.V." kurz ETuS Haltern umbenannt. Der Name "Deutsche Reichsbahn" hatte in der Bundesrepublik Deutschland keinen Bestand mehr.

Unter dem neuen Vereinsnamen stellten sich schnell erste Erfolge ein. So erreichte die 1. Fussballmannschaft im Jahr 1956 den Aufstieg zur Bezirksklasse. In der Gaststätte auf dem Annaberg wurde dieser Erfolg gefeiert. Die ebenfalles aufstrebende Turnabteilung musste sich allerdings noch lange Jahre mit unzulänglichen Verhältnissen begnügen.



Die Jahre 1960 - 1980

Die Wahl eines neuen Vorstandes im Jahr 1962 brachte zusätzlich Schwung und Tatkraft in den Verein. Unter Vorsitz von Walter Nordhoff wurde im Sommer 1962 der Neubau einer Turnhalle an der Annabergstrasse in Angriff genommen. Es sollte aber noch bis 1968 dauern, bis die Turner ihr neues Domizil beziehen konnten. Die Fertigstellung der Halle war mitentscheidend für die in den folgenden Jahren einsetzende Aufwärtsentwicklung aller Abteilungen des Vereins. Zwischenzeitlich schlossen sich die Fussball-Oldies 1963 in einer eigenen Alte Herren-Abteilung zusammen. Die Vereinsvorsitzenden Udo Schneider (1966-1971) und Josef Spyra (1971-1973) konsolidierten den weiteren Weg und der ETuS Haltern zählte im Jahr 1972 wieder über 1000 Mitglieder.

Meilenstein in der Geschichte des ETuS Haltern war der 29.05.1965. An diesem Tag wurde dem Verein für seinen Sportbetrieb die neue städtische Sportanlage an der Conzeallee übergeben. Der Sportplatz an der Weseler Strasse musste der Bebauung weichen. Spätestens jetzt verlor die ehemalige Domäne Turnen ihren Rang an die Freiluftsportarten Fußball und Leichtathletik, die schon bald die erfolgreichsten Abteilungen des Vereins werden sollten.

Besonders die Leichtathleten unter Leitung von Peter Martens profitierten von dem neuen Sportgelände. Die Jugend konnte in den Laufdisziplinen Kreis-, Westfalen-, westdeutsche- und deutsche Meisterschaften erringen. Krönung war sicherlich der deutsche Meistertitel 1976 von Gaby Bussmann im 400m-Lauf.

Um noch stärker und erfolgreicher zu werden, schlossen sich 1977 die Leichtathletikabteilungen der Vereine TuS Halten, SV Lippramsdorf und ETuS Haltern zur Leichtathletik-Gemeinschaft, der LG Haltern zusammen.

Ebenfalls noch im Jahr 1965 rief Franz Wiethoff eine Faustballabteilung ins Leben, die schnell zahlreiche Anhänger fand. Lange Jahre spielte man in der dritthöchsten deutschen Spielklasse, der Verbandsliga. Leider war dem Faustballsports keine rosige Zukunft beschieden. Bemühungen um jungen Nachwuchs scheiterten und 1996 kam das zwangsläufige Aus.

Im Jahr 1974 trug man seitens der Stadt Haltern dem Ersuchen des ETuS Haltern Rechnung und erweiterte die Sportplatzanlage Conzeallee um einen weiteren Rasenplatz , einen Mehrzweckplatz und einen Tennenplatz mit Flutlichtanlage. Hier fand nun auch der Schulsport sein Zuhause. Jetzt konnte sich der Fussball im Verein richtig entfalten. Schüler- und Jugendmannschaften aller Altersklassen jagten dem runden Leder nach. Mit eigenen Nachwuchskräften konnte im Jubiläumsjahr 1977 der Wiederaufstieg in die 1. Kreisklasse gefeiert werden.

Indiaca, ein Kleinfeldspiel mit einer besonderen Art von Federball, zunächst der Turnabteilung angeschlossen, erreichte Anfang der 70iger Jahre enorme Popularität und wuchs unter Leitung von Karl Bontrup 1974 zu einer eigenständigen Abteilung heran. Das Leistungsniveau der Frauenriege erreichte schon bald internationale Wettkampfklasse. Viele nationale Meisterschaften in den verschiedensten Altersklassen konnten errungen werden. Leider ging mit den Jahren auch hier die Perspektive verloren. Nachwuchs- und Strukturprobleme führten schließlich 2002 zur Auflösung der Abteilung. Allerdings wird der Indiacasport heute wieder hobbymäßig im Verein betrieben.

Bernhard Hans, einer der beliebtesten Vorsitzenden und gleichzeitig Sympathieträger im wahrsten Sinne des Wortes, führte den Verein über eine sehr lange Amtsperiode von 1973-1985, also rund 12 Jahre. Unter seinem Vorsitz feierte der ETuS Haltern sein 50jähriges Jubiläum. In dieser Zeit errangen die Fussballer mit den Aufstiegen in die 1. Kreisklasse und in die Bezirksliga ihre größten Erfolge. Der Fußball wurde zur Sportart Nr. 1 im Verein. Der Sportkamerad Wilhelm König zählte 1986 zum Schiedsrichtergespann in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga.



Die Jahre 1980 – 2000

Als Trendsport der 80iger Jahre machte der Tennissport auch vor dem ETuS Haltern nicht halt. 1984 wurde die Tennisabteilung von dem damaligen 2. Vorsitzenden Gerd Wertulla aus der Taufe gehoben. Zur Noblesse des weißen Sports wollte man nie gehören. Tennis für alle und jedermann sollte es sein. Mit der Errichtung von drei Tennisplätzen wurde die Grundlage für die sportlichen Aktivitäten geschaffen. Das kleine aber feine Clubheim wurde zum Mittelpunkt für das gesellige Miteinander in der Abteilung, die heute über 100 Mitglieder zählt.

In den 90iger Jahren richtete sich das Augenmerk des Vereins nicht mehr nur auf die Traditionssportarten Fussball, Tennis, Leichtathletik etc. Mit Rückenschule, Lauftreff und Nordic Walking wurden Kurse zur Gesundheitsförderung in das Vereinsangebot aufgenommen. Das Seniorenturnen rundet das vielfältige Programm ab.

Mit der jüngsten Abteilung bietet der ETuS Haltern etwas Außergewöhnliches. "Zirkus Zamboo" steht für eine Mischung aus moderner Zirkusarbeit wie Akrobatik und Jonglage und erfreut sich heute bei Kindern und Jugendlichen besonderer Beliebtheit. Die Pädagogin Gabriele Büning machte Zirkus Zamboo 1998 mit dem ersten Trainingsangebot der Öffentlichkeit bekannt.

Schon immer wurde die Jugendarbeit beim ETuS Haltern groß geschrieben und so war es 1999 an der Zeit, der Jugend und damit auch dem Verein eine neue Heimstatt zu geben. Mit Entschlossenheit und unter nimmermüdem Einsatz des 1. Vorsitzenden, Vereinsurgestein Werner Stüwe, wurde der Jugendschulungsraum "Lokschuppen" in Eigenregie, wie sollte es bei den Eisenbahnern auch anders sein, errichtet.


Die Jahre 2000 – 2010

Mit Beginn des neuen Jahrtausends entwickelte sich der Verein weiter in Richtung präventive Gesundheitsförderung. Die Kurse „Nordic-Walking, Lauftreff und Rückenschule“ wurden inzwischen integriert. Aber auch abseits des sportlichen Geschehens gab es viel zu tun. Die Umgestaltung und Modernisierung des alten Kabinengebäudes an der Conzeallee stand an und wurde zügig unter hauptamtlicher Mitwirkung der AH-Abteilung realisiert.

Im Jahr 2002 war es dann so weit. Der ETuS Haltern feierte 75 Jahre Vereinsgeschichte und damit ein sehr stolzes Jubiläum. Große Fussballclubs wie der BVB und RW Essen waren zu Gast. Jubilare und besonders verdiente Mitglieder wurden geehrt, bevor der große Festball zum feierlichen Höhepunkt in der vereinseigenen Sporthalle einlud.

Auch ein Verein wie der ETuS Haltern musste Rückschläge verkraften. Der Indiaca-Abteilung ging trotz aller Anstrengungen der Nachwuchs aus, und der Spielbetrieb musste eingestellt werden.

2003 ging nach 10 Jahren eine Ära der Vereinsführung zu Ende. Werner Stüwe, der als 1. Vorsitzender den ETuS maßgeblich mitgeprägt hat, verabschiedete sich in den wohlverdienten Ruhestand. Bernie Große Homann wurde sein Nachfolger und übernahm die Vereinsführung.

Die 1. Mannschaft wurde in den kommenden Jahren 3mal Vizemeister bei den Halterner Hallenmeisterschaften, bevor ihr an Weihnachten 2006 der große Wurf zum Titel gelang. Auch die AH und die AL gewannen in dieser Zeit die Hallenmeisterschaft.

Im März 2006 wurde Klaus Schweda zum Vereinsvorsitzenden gewählt. Der ETuS zählte 816 Mitglieder.Da die Internetpräsenz im Sportbetrieb immer mehr an Bedeutung gewann, ging auch der ETuS Haltern mit einer semiprofessionellen Homepage online.

In den Folgejahren markierten Meisterschaften der Senioren und der Jugendteams den Weg der jüngste Vereinsgeschichte. Die 2. Mannschaft schaffte mit Trainer Sascha Ellermann den Aufstieg in die Kreisliga B und verpasste nach verlorenem Entscheidungsspiel nur knapp den Durchmarsch in die A-Liga. Die Jugend A, B und C gewannen Meisterschaften in Serie in den Klassen C bis A. Die C-Jugend setzte noch ein i-Tüpfelchen drauf und schaffte den Sprung in die Bezirksliga. Dieser Erfolg ist besonders erwähnenswert, da niemals zuvor in Halterns Fußballwelt eine Jugendmannschaft höherklassiger gespielt hat.

Hallen- und Feldstadtmeisterschaften krönten fortan den Erfolgsweg der A, B, C, E und Minis und die der Oldies. Die Sportanlage Conzeallee gewann an Aufwertung durch den Erhalt eines Minispielfeldes mit Kunstrasen, gesponsert vom DFB und der Stadt Haltern.

Freud und Leid liegen im Leben eng zusammen. Bernie Große Homann, 1. Vorsitzender 2003-2006, verstarb nach einer schweren Erkrankung und löste mit seinem Tod tiefe Trauer in der ETuS-Familie aus. Im Frühjahr 2009, kurze Zeit später, ging der ETuS-Karneval in sein 30igstes Jahr.

2010 startet der ETuS Haltern mit einem neuen sportlichen Konzept in die Fußballsaison. Sportlicher Leiter und Trainer der 1. Mannschaft wird Tobias Borgers. In der Jugend gehen 14 Mannschaften in die Saison.

Der Verein ETuS Haltern von 1927 e.V. zählt heute über 800 Mitglieder und bietet ein vielfältiges und interessantes Sportprogramm mit Kernkompetenz Fussball. Die Sportanlage Conzeallee mit zwei Rasen- und einem Tennenplatz, die Tennisanlage mit drei Plätzen, dazu ein Minispielfeld mit Kunstrasen und die Turnhalle bieten dafür allerbeste Voraussetzungen.

Frei nach dem Motto: "Treibe Sport, werde Mitglied im ETuS Haltern"

Nachbetrachtung!

Eine 80jährige Vereinsgeschichte wahrheitsgetreu und nahezu lückenlos abzubilden ist schwierig, zumal viele Zeitzeugen nicht mehr unter uns sind.
Um so mehr sind wir froh, dass auf wertvolle Inhalte der Jubiläumsausgaben "40-, 50-, und 75-Jahre-ETuS Haltern" zurückgegriffen werden konnte.
Für den Hinweis auf eventuelle Fehler bzw. für Ergänzungen ist der Vorstand jederzeit dankbar.